29 Mrz 2014

Gemeinsame Jahreshauptversammlung in Solms

0 Comment

IMG_7988

Im Vergleich zu den Vorjahren rückten die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren der Marktgemeinde etwas weniger aus: Sie wurden 71 Mal alarmiert und leisteten 743 Einsatzstunden. “Im vergangenen Jahr waren wir zum Glück von weniger Unwettereinsätzen betroffen”, erklärte Gemeindebrandinspektor Matthias Schenk während der gemeinsamen Jahreshauptversammlung im Bürgerhaus von Solms. Die Führungskräfte der einzelnen Ortsteilwehren können sich auf gleichbleibend 180 Kameraden und elf Kameradinnen verlassen. Die Einsätze teilen sich auf 14 Brandeinsätze, 21 Hilfeleistungen, zwei Gefahrgut- und sieben Öleinsätze sowie drei Verkehrsunfälle, fünf Unwettereinsätze sowie vier Türöffnungen auf. Dazu kommen 13 Fehlalarmierungen etwa durch Brandmeldeanlagen. Seit Mitte November des vergangenen Jahres sind die Niederaulaer für zwei Autobahnabschnitte auf der A 7 zuständig.

Schenk kommentierte dies mit den Worten: “Schön, dass wir nun Menschen, denen innerhalb unseres Gemeindegebiets ein Unglück widerfährt, nun auch auf der Autobahn schnell helfen dürfen.” Zahlreiche Übungen und Ausbildungsabende wurden geleistet. Ein Schwerpunkt war der richtige Umgang mit der Atemschutz-Notfallausrüstung. Großer Nachfrage der jungen Einsatzkräfte erfreut sich die neu eingeführte Übergangsgruppe, welche dem Nachwuchs und Quereinsteigern den Einstieg in die Einsatzabteilung erleichtert. In regelmäßigen Abständen werden dazu abwechselnd Ausbildungsabende angeboten. Einen neuen Lehrgangsrekord stellten die Feuerwehren in der Marktgemeinde auf: 72 Kameraden nahmen an Lehrgängen auf Kreis- Landes- und Gemeindeebene teil. Allerdings: Dies beinhaltete 37 Digitalfunk-Umschulungen. Schenk appellierte an die Einsatzkräfte, künftig das Angebot an Lehrgängen wieder besser anzunehmen.

In diesem Zusammenhang schilderte Kreisbrandmeister Udo Mohr in seinem Grußwort von massiven Problemen, was die Auslastung der Lehrgänge im Landkreis angeht. In der Vergangenheit mussten mangels Interesse und kurzfristigen Absagen gar komplette Lehrgänge ausfallen. Erfreulich ist hingegen die Entwicklung im Jugendbereich. Gemeindejugendfeuerwehrwart Roland Pfaff berichtete von zahlreichen Aktivitäten des Nachwuchses. In den sechs Jugend- und Kinderfeuerwehren der Gemeinde sind 40 Jungen und 28 Mädchen angemeldet, Tendenz steigend. Diesen Trend bestätigte auch Kreisjugendfeuerwehrwart Bernd Spoelstra. Dieser zeigte sich ebenso über die Gründung einer Kinderfeuerwehr in Niederaula erfreut. Mehrere Dutzend Jungs und Mädchen sind bei den altersgerechten Feuerwehrnachmittagen dabei. Bernd Spoelstra hatte Gelegenheit, eine schöne Ehrung vorzunehmen : Matthias Glück, der seit acht Wochen Stellvertretender Wehrführer der Wehr Hattenbach ist, wurde für seine langjährige Jugendwart-Tätigkeit mir der Floriansmedaille der Hessischen Jugendfeuerwehr in Silber ausgezeichnet.

Bereits Tradition hat in Niederaula die Brandschutzerziehung. Unter der Regie von Jörg Keileweit werden die Kinder und Jugendlichen in den örtlichen Kindergärten, der Grund- und Gesamtschule über den Brandschutz aufgeklärt. Während bei den Kleinen das Brandhaus eine wichtige Rolle spielt, lernen die Großen die Auswirkungen etwa von Fettexplosionen kennen. Einen passenden Einblick, wie sich die kommunale Schlagkraft der Gemeinden in den vergangenen Jahrzehnten verändert hat, erhielten die rund 100 Aktiven, Mitglieder und Ehrengäste während der Versammlung von den Grußwortrednern. Während der ehemalige Bürgermeister von Hohenroda und jetzige Kreisbeigeordnete Eberhard Fischer von den finanziell goldenen Zeiten im ehemaligen Zonenrandgebiet und verhältnismäßig leichten Beschaffungen berichten konnte, wies Niederaulas Bürgermeister Thomas Rohrbach auf die finanziell angespannte Situation der Kommune hin.

Er appellierte, die Wandel der Zeit anzunehmen. Die Gemeinde engagiere sich, um die Schlagkraft der Feuerwehren zu erhalten. Allerdings müsse das “Kirchturmdenken aufhören”, wobei er gleichzeitig die Zusammenarbeit der lokalen Feuerwehr-Führungskräfte herausstellte. Dennoch müsse über freiwillige Zusammenlegungen von Einsatzabteilungen nachgedacht werden. Er nannte als positive Beispiele die Ortsteile Mecklar und Meckbach in Ludwigsau sowie die Gemeinde Hofbieber im Landkreis Fulda, die als Lohn für ihre Zusammenlegungen finanzielle Unterstützung vom Land Hessen erhalten habe.

Ehrungen und Beförderungen

Eine besondere Ehrung erhielt der ehemalige Wehrführer der Wehr Hattenbach, Berthold Dörr. Er ist nun 40 Jahre aktiv, und das ist er auch : Trotz eines Generationswechsels in der Leitung der Wehr ist er immer da, wenn er gebraucht wird. Dafür erhielt er die Plakette des Kurhessisch-Waldeckschen Feuerwehrverbandes in Gold für seine 40-jährige Mitgliedschaft.

Zahlreiche Kameraden erhielten zudem die Anerkennungsprämien des Landes Hessen. Das Eiserne Brandschutzehrenzeichen erhielt Patrick Wenzel, Bronze ging an Felix Zettl und Christian Roppel, Gold an Ann Christin Riebold sowie das fünffache Goldene Brandschutzehrenabzeichen an Jörg Keileweit. Matthias Glück erhielt seine Ernennungsurkunde als stellvertretender Wehrführer der Feuerwehr Hattenbach.

[top]